Samstag, 7. März 2015

First (or last) contact?!

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Also machte ich mich nach Absprache zu einem Probentermin auf, bei dem möglichst viele der Musiker anwesend sein würden. Tatsächlich waren das dann an dem Tag der Drummer, der Keyboarder, der Basser, der Gitarrist und der Sänger der auch hin und wieder zur Gitarre greift. Nach einem ersten Gespräch über die Vorstellungen bezüglich der Zusammenarbeit und der allgemeinen Ansichten über Musik, Musiker und Qualität des Sounds bei Auftritten, wurde es dann interessant und ich konnte die Jungs beobachten und zuhören, wie sie ein gutes Stück ihres Sets durch spielten.

Das klang schon sehr amtlich, auch wenn da echt vertrackte Stücke bei sind, die man mal nicht so eben aus der Hand schüttelt. Fehlende Parts oder sonstige Samples wurden vom Drummer immer Live mit eingespielt, inklusive der Gesangsspuren der an diesem Tag fehlenden Sängerin. Das klang alles in allem grandios und ließ in mir natürlich den Gedanken aufkommen, das wäre alles zu schön, um wahr zu sein. Ich wartete also auf den Haken, aber selbst in dem abschließenden Gespräch mit allen Bandmitgliedern zeigte sich, das wir, also die Band, oder besser ihre Mitglieder, un dich gut zusammen passen würden.
Denn natürlich ist das Ziel der Musiker und damit auch des Techniker, einen bestmöglichen Sound zu produzieren, aber das Ganze sollte natürlich auf realistischer Ebene bleiben. Will sagen, das es jedem Mitglied klar ist, das auch ein Techniker seine Equipment kennen muss, was bei Auftritten in ausgestatteten Locations nicht immer einfach ist.

Als Konsequenz hieraus ergaben sich zwei Dinge:
1. Würde die Band ein vollständig unabhängiges Monitoring System anschaffen, um die Probleme mit diesem dann schon im Vorfeld eliminieren zu können und Konflikte zwischen Sound auf der Bühne und Sound im Publikum zu minimieren.
2. Würde im Vorfeld jeden Auftritts geklärt werden, welche Hardware vor Ort zur Verfügung stehen würde, oder sie würde sogar von der Band organisiert werden. Mit Hilfe dieser Info könnte sich dann der jeweilige Verantwortliche für den Ton mit dem auseinandersetzen, was ihn erwarten würde.

Bei der Vielzahl an verfügbaren Systemen ist das ein echter Vorteil, weil man am Tag des Auftritts zumindest schon weiß, was einen erwarten wird, ein Umstand, ohne den keine Musiker einen Auftritt auch nur in Erwägung ziehen würde.
Also eigentlich ein vollkommen normales Vorgehen, aber trotzdem habe ich das hier zum ersten mal gesehen und gehört, das es eben auch für die anderen Beteiligten Sinn macht.

Da wir uns gegenseitig sehr sympatisch waren, obwohl es sich doch um sehr starke Charaktere bei den Musikern handelt, beschlossen wir, das wir es grundsätzlich miteinander versuchen wollten. Ich bremste an dieser Stelle noch einmal kurz ein bisschen und bat mir Bedenkzeit bis zum nächsten Tag aus, da ich gerne über solche Entscheidungen noch einmal schlafe. Ist eine dumme Angewohnheit von mir, die mich leider auch nicht immer vor dummen Entscheidungen zurück hält, aber ich habe es mir nun mal so zur Gewohnheit gemacht und wollte nicht davon abweichen. (Ich habe schon öfters schlechte Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen, so das ich mir diese zeit immer gerne nehme, wenn es möglich ist.)

Die Musiker waren damit einverstanden, und so gingen wir nach wenigen Stunden erst mal wieder auseinander, wobei ich schon klar machte, das mir das Ganze sehr gut gefallen hatte und ich sehr positiv der Sache gegenüber stehe.

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